On 5 December 1746 a female (human) baby with misformed head was born in Havelberg, and lived only for 3 days (Source 2551). Her mother had been frightened by the rhinoceros which she had seen when she was 6 weeks pregnant. Therefore the animal was seen in mid-April 1746. A report about the circumstances was made by the local physician, Christian Andreas von Cothenius (source 2552).
Havelberg is 110 km west of Berlin.
Literature
- Van der Ham 2022: 183, note 169 – after Imhof 1756
Source 2551. Berlinische Nachrichten for 1747
Story about a woman, living at the foot of a mountain near Havelberg, who was in 6th week of pregnancy, without knowing this. Together with many other people, she went to see the Nashorn which was then present in Havelberg. The rhino had made a movement which led to her hat and shawl falling down. She delivered on 5 December 1746, a female child who lived for 3 days. The baby was grossly deformed with her head looking like rhino skin.
Note: From 6 weeks pregnancy to delivery of 5 December 1746, means that the rhino was seen 7 ½ months earlier, i.e in mid-April in Havelberg.
Newspaper reports, see text below:
Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen,
Anno 1747, no. III – Sonnabend, den 7. Jan. 1747, p. 1–2
Anno 1747, no. XI – Donnerstag, den 26. Jan. 1747
Anno 1747, no. XVI – Dienstag, den 7. Febr. 1747
Summaries based on the text in the Berlinische Nachrichten:
- Prager Post Zeitung, 21 January 1747. (Havelberg, den 3 Januarii 1747)
- Ermunterungen zum Vergnugen des Gemuths 1747: 306–307
- Imhof, A.L. 1756. Missgeburt einer Frau in Havelberg. Neu-Eröffneter Historien-Saal Das ist Kurtze, deutliche und unpartheyische Beschreibung der Allgemeinen Welt- und Kirchen-Geschichten (Basel) 7: 660.
- Cothenius, C.A. 1747. Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Anno 1747, no. III – Saturday, 7 January 1747: 1–2.
Cothenius, C.A. 1747. Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Anno 1747, no. III – Saturday, 7 January 1747: 1–2.
Original text (German)
Eine hiesige Frau, welche so unglicklich gewesen ist, letztens den bekanten Rhinoceros zu sehen, wurde den 5ten des vorigen Monaths von einer Tochter weibliches Geschlechts entbunden, die an statt der Nase und des Mundes, eben die Gestalt hatte, als erwähntes Thier, wenn es die Ober-Leftzen aufthat, und von den Zuschauern Brodt haben wollte. Diese Mißgeburt, welche des Morgens drauf wieder starb, drehete auch den Hals beständig, wie der Rhinoceros. Sie hatte keine Hirn schale, sondern nur eine fleischigte Substanz auf dem Kopfe. Das sogenannte Gesichte stand in die Höhe, der Nacken war sehr gekrümt und mit fleischigten Falten belegt. Inwendig in dem Munde, oder vielmehr Loche, welches wohl 2 Zoll breit und 3 Zoll lang war, hatte sie statt der Kinnladen einen bloßen Knochen. Mit einem Worte, Diese Mißgeburt sah recht entsetzlich aus. Vermuthlich wird der hiesige Herr Kreis-physicus selbige umständlicher beschreiben.
English translation
A local woman, who was so unfortunate as to recently see the famous rhinoceros, gave birth on the 5th of last month to a female daughter who, instead of a nose and mouth, had the exact same shape as the aforementioned animal when it opened its upper legs and demanded bread from the spectators. This monstrosity, which died the following morning, also constantly twisted its neck, like the rhinoceros. It had no skull, but only a fleshy substance on its head. The so-called face stood upright, the neck was very crooked and covered with fleshy folds. Inside the mouth, or rather hole, which was about 2 inches wide and 3 inches long, it had a bare bone instead of a jawbone. In a word, this monstrosity looked truly horrific. Presumably the local district physician will describe it in more detail.
Cothenius, C.A. 1747. Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Anno 1747, no. XI – Donnerstag, den 26. Jan. 1747: 4.
Continuation of story
Cothenius, C.A. 1747. Berlinische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Anno 1747, no. XVI – Dienstag, den 7. Febr. 1747: 3–4.
Bericht von D. Cothenius
Original text (German)
Eine unter dem Berge vor Havelberg wohnende Frau, die sich ohngefähr in der 6ten Woche ihrer Schwangerschaft befand; aber selber nicht wuste, daß sie schwanger sey, eilete, nebst vielen andern Zuschauern, herbey, um das damahls hier in Havelberg anwesende Nashorn, oder den
Rhinoceros, zu sehen. Weil man nun eben diesem Thier Brodt, und andere Dinge, in den Rachen
warf, und es dadurch gereitzt wurde, immer begieriger aufzupassen; so geschahe es, daß der Rhinoceros besagter nahe stehenden Frau nach dem Kopfe schnappte, und ihr Haube und Mutze zugleich herunter riß. Die Frau gerieth hierdurch in Furcht und Schrecken, und setzte ihre an die Erde geſallene Haube und Mutze voller Bestürtzung wieder auf. Dieser Umstand hat vermuthlich zu dem lebhaften und bangen Eindrucke in ihrem Gemüyhe Gelegenheit gegeben, wovon die Frucht, welche sie am 5ten December des verwichenen Jahres zur Welt brachte, die traurige Wirckung an sich zeigte.
English translation
Woman, who lived at the foot of a mountain near Havelberg, was in 6th week of pregnancy, without knowing this. Together with many other people, she went to see the Nashorn which was then present in Havelberg. She delivered on 5 December 1746, the female child lived for 3 days.
If woman was 6 weeks pregnant and delivered on 5 December, this would have taken place 7 ½ months before 5 December = mid April 1746.
Source 2552. Cothenius in Beckmann 1751
A report was made by Christian Andreas von Cothenius (1708–1788), who was physician in Havelberg at the time.
* Christian Andreas von Cothenius (1708–1788)
www.deutsche-biographie.de
The report by Cothenius was paraphrased by Beckmann 1751.
* Johann Christoph Beckmann [Becmann, Bekmann] (1641–1717)
* Bernhard Ludwig Beckmann (1694–1760)
Beckmann, J.C. 1751. Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg nach ihrem Ursprung: Einwohnern, naturlichen Beschaffenheit, Gewasser, Landschaften, Staten, geistlichen Stiftern &c.. Berlin, C.F. Voss.
Original text (German)
(p. 879) Als A. 1746 das Nashorn hier ins Land, unter andern auch nach Havelberg kam, fand sich untern den Zuschauern eine Frau, welche in den sechsten monat schwanger war, solches aber nicht wußte. Weil man nun eben die fem Thiere broht und andere dinge in den rachen warf, und es dadurch immer begieriger wurde den fraß aufzufangen: so erwischte es im schnappen von ohngefehr dieser nahestehenden Frau ihren kopf, doch nur so, daß es haube und müße zugleich herunter rif: worüber dieselbe sich heftig entseget, und ihre haube und müse voller besturzung wieder aufgeseket. Als nach einiger zeit die Frau entbunden worden, hat sie eine frucht zur welt gebracht, welche weiblichen geschlechts, und ausser dem Kopf vollkommen gebildet war. Am Kopfe aber war keine Stirne, auch keine Hirnschale, sondern ein schwammichtes blau rohtliches fleisch, welches beinahe wie die auf ferliche gestalt eines Gehirns aussahe, bedekte die ganze oberfläche des kopfs calvariam, und erstrekte sich von dem obersten theil der nase oder radice nasi bis an den nakken, und das fleischichte war ganz platt, und hing wie eine Müße um das Haupt herum: wurde aber et was fester und kleiner, und bedekte nur den obern theil des Haupts; nachdem die Wehmutter dasselbe mit einem breiten bande in die hohe gebunden, und viel wasserige feuchtigkeit nach und nach herausgeflossen war; wornach es doch 2 finger dikke war, und kein hirnschei tel dadurch gefühlet werden konnte. Am hinterntheile machte die haut einige falten etwa 2 finger breit. Uber dem Nakkengrúbchen war eine kleine ofnung, woraus, wann es etwas gedrukket wurde, eine feuchtigkeit wie Milch floß. Von der Nase war nur die linke helfte zusehen; die Augen ganz klein und dichte verschlossen von den Augenliedern, wels che sehr schwehr in die hdhe zubringen; anstat des Augapfels aber war alsdann ein rohes fleisch zusehen. Zwischen den Augen war eine tiefe, in welche man eine erbse legen konnte. Die Oberlippe und der Oberkinnbakken waren gespalten bis an die Nase hinauf, da der spalt spißig zusammen lief, daß man als in einen rachen hinein sehen konnte. Zu beiden seiten der spalte ragete ein runder knochen hervor in der grösse einer kleinen Nuß, der wie mit Zahnen versehen, und mit der haut der Kinnlade bedekket war. Die Zunge war über die masse stark, und war fast beständig in bewegung in dem munde herum. Von den Ohren stund das linke etwas hdher als das rechte: und das Haupt ging immer in die höhe, als wenn es in die hohe sehen wollte; drehete sich aber beständig und zwar immer nach einer seite hin. Wer nun den Rhinoceros mit den kleinen augen in der bewegung gesehen, die er mit dem rachen und zunge machte, wann fraß gereichet wurde, der wird sich leicht vorstellen können, was die mit schrekken begleitete einbildungskraft hier bei der Frau für eine wurkung gehabt, die an dem Thier beobachtete dinge in einer verwirreten vermischung zusammen zubringen; wiewohl doch von Verständigen keine weitere ähnlichkeit mit dem Rhinoceros beobachtet worden, als nur was den Rachen und die Falten am Rachen, wie auch die bewegung des Rachens und des Haupts und der Zunge betrifft. Weil es die brust wegen gemeldter beschaffens heit nicht nemen konnte, sondern zuweilen ein wenig kuhmilch, fenchelwasser oder haberwelle mit einem löffel eingeflösset wurde, davon iedoch wenig eingebracht werden konnte; vermuhtlich auch der ganze innerliche bau der obern theile zur nahrung und leben unfähig gewesen: so hat es nur bis den dritten tag gelebet.
Zwar hat ein unbekannter in den Berlinischen Nachrichten von Staats– und Gelehrten Sachen von 1747. N. xi, die ganze sache suchen zweifelhaft zumachen: allein es ist obiges der genaue inhalt des berichts, welchen der damahls Königl.Preuß.Hofraht und Land- Physicus, iesiger zeit Königlicher LeibMedicus, Hr. D. Cothenius einem vornemen Königl. Minister auf verlangen überschikt, der die sache, wie sie hier erzehlet stehet, wohl ausser allen zweifel sehet: und ist selbiger in Den angezogenen Berichten in der bald folgen Den XVI. Num. zulesen.



















